Themenspaziergänge
Spurensuche Jüdisches Laasphe
Begeben Sie sich auf einen etwas anderen Stadtrundgang!
Der Flyer „Das jüdische Laasphe – eine Einladung zur Spurensuche“, herausgegeben vom Bad Laaspher Freundeskreis für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V. ist in der Touristinformation erhältlich.
Für Gruppen ist eine Führung zum jüdischen Friedhof und auf den Spuren des jüdischen Lebens in Bad Laasphe durch Kurseelsorger Johannes Weissinger möglich. Anfragen bitte an die TKS Bad Laasphe GmbH.
Jüdischer Friedhof
Neben städtischem Friedhof und Gärtnerei liegt der 1750 von der jüdischen Gemeinde eingerichtete (damals außerhalb der Stadt gelegene) Friedhof. Er diente allen Juden aus dem südlichen Teil der Grafschaft Wittgenstein (mit Erndtebrück und Feudingen) als Begräbnisort. Seit 1768 musste „jemand von fremdem Ort“ acht Reichstaler für ein Doppelgrab bezahlen. Ein Gebäude hat es wie auch in Berleburg und Elsoff hier nie gegeben. Der in der Pogromnacht 1938 verwüstete Friedhof ging 1959 an den Landesverband der jüdischen Kultusgemeinden in Westfalen über und hat heute eine Größe von 2035 qm. Die Gräber sind meist in Ost-West-Richtung angelegt, Grabsteine am westlichen Grabende aufgestellt „zu Häupten“ der Toten. Die ältesten, vermutlich erst in neuerer Zeit wieder aufgestellten Grabsteine befinden sich im Südwesten (10 davon aus der Zeit von 1869 – 1886), zwei sind älter. 2006 wurde der Friedhof noch einmal für die Beerdigung des Holocaust-Überlebenden Herbert Moses geöffnet.
Den Schlüssel für das Friedhofstor gibt es in der Gärtnerei.
Öffnungszeiten: Mo-Sa 8:00-12:30 und Mo-Fr 14:00-18:00 sowie So 10:00-12:00 Uhr
Ehemalige Synagoge
1764 erwarben die Laaspher Juden in der Mauerstraße ein Gebäude, um hier eine Synagoge zu errichten. Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Auflösung der jüdischen Gemeinde durch den Nazi-Terror fand hier auch die religiöse Unterweisung und die schulische Ausbildung statt. Das Obergeschoss diente als Wohnung für den jüdischen Lehrer. Jüdische Kinder, die die Mittelschule (Realschule) bzw. die Aufbauschule besuchten, wurden von den Nazis aus diesen Schulen verbannt. In der Pogromnacht vom 9./10. November 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge zerstört. Das Gebäude selbst wurde nicht in Brand gesteckt wegen der Gefahr für die unmittelbar angrenzenden Wohnhäuser. In der Nachkriegszeit wurde das Gebäude als Schlosserei genutzt.
Stolpersteine
Seit 2006 wurden an vielen Stellen im Stadtzentrum „Stolpersteine“ durch den Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt, um an die Opfer des Nazi-Terrors dauerhaft zu erinnern. Stolpersteine sind in den Bürgersteig eingelassene Betonsteine mit einer 10 x 10 cm großen Messingoberfläche, die vor den Wohnorten der von den Nazis verfolgten Laaspher Bürger und Bürgerinnen verlegt werden, in denen diese zuletzt freiwillig gewohnt haben. Insgesamt wurden 69 jüdische Mitbürger in den Vernichtungslagern ermordet.

